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Bei jedem Wetter unterwegs – Verdienstmedaille beim
Dankeschönabend verliehen
„Gemeinde
ist Gemeinschaft“, sagte Konrad Werner, der zweite Vorsitzende
des Kirchengemeinderats von St. Peter + Paul am 19. Januar beim
Dankeschönabend im Rupert-Mayer-Haus. Zusammenhalt und
gegenseitige Unterstützung sind gelebter Glaube. Alle zwei Jahre
lädt die Kirchengemeinde die Mitarbeiter zu diesem Abend ein, um
allen, insbesondere aber auch den ehrenamtlich Tätigen für ihr
Engagement und ihren Einsatz zu danken.
„206
Einladungen sind verschickt worden“, sagte Werner. Das ist eine
faszinierende Anzahl an Mitarbeitern, die sich in der Gemeinde
einsetzen. Dies ist vor allem auch beeindruckend, weil die
Anzahl der Katholiken rapide abgenommen hat. Vor 16 Jahren gab
es noch etwa 4500 Katholiken in Oberkochen, heute sind es noch
rund 3700. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter decken ein
großes Spektrum ab. Vom Kindergarten über liturgische Dienste,
Gestaltung von Gottesdiensten bis hin zu den "höheren
Semestern", reicht das haupt-, neben- und ehrenamtliche
Engagement.
Das zeigt
auch die Buntheit und die Vielfalt der Kirchengemeinde, meinte
Pfarrer Andreas Macho. In einer Welt, in der es scheint, dass
Egoismus und Alleinsein zunehme, ist es besser, zusammen zu
finden.
Viele
Tätigkeiten erfolgen unscheinbar und unspektakulär. Deshalb hat
der Kirchengemeinderat einstimmig beschlossen, die
Verdienstmedaille der Gemeinde dieses Mal an eine Frau zu
verleihen, die nicht im Rampenlicht steht, verkündete Konrad
Werner. Sie verrichtet ihren Dienst bescheiden im Hintergrund.
Seit 32 Jahren putzt sie das Pfarrbüro und täglich, egal bei
welchem Wetter, schließt sie die Kirche auf und ab. Das ist das
Engagement von Martha Nagel, die vor zwei Jahren ihren Dienst
sogar trotz eines Beckenbruchs weiter versehen hat. Zudem singt
Martha Nagel auch seit 65 Jahren im Kirchenchor. „Ich mache das
halt, weil ich neben der Kirche wohne“, sagte Martha Nagel
bescheiden und freute sich über einen Blumenstrauß und einen
Restaurantgutschein.
Musikalisch wurde der Abend von Lina Bahmann aus Dischingen
umrahmt, die mit ihrer Harfe wunderschöne Melodien in den Saal
zauberte.
Wie
andere Kirchengemeinden leben, zeigte Pater Raphael anschließend
in einem Vortrag über den indischen Bundesstaat Kerala und das
dortige Christentum auf. Herrliche Küsten- und Berglandschaften,
Fische und Krebse, die die Fischer fangen, fruchtbare Plantagen
mit Reis, Bananen und Kokospalmen, sowie viele andere Früchte
bilden die Grundlage des täglichen Lebens in Kerala. Mit ca. 20%
ist der Anteil der Christen an der Bevölkerung groß. Seit vielen
Jahrhunderten sind die Thomaschristen, die sich traditionell auf
den Apostel Thomas zurückführen, ein fester Bestandteil der
dortigen Gesellschaft. Aber auch die Christengruppe, die durch
die Missionierungen der Kolonialzeit entstand, macht einen
erklecklichen Teil aus.
Der Abend
klang aus mit einem gut gedeckten Tisch mit Häppchen, den
ebenfalls "gute Geister im Hintergrund" unter der Anleitung von
Edeltraut Kieninger bereitet hatten.
Josef
Distl
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